Die besinnliche Weihnachtszeit ist vorbei und mein Urlaub leider auch.
Nachdem ich mir die dringend benötigte Pause von Schule, Arbeit und
Fahrschule gegönnt habe, bin ich nun zurück in Krefeld. Richtig abschalten
konnte ich leider nicht, denn mein Freund und ich hatten beschlossen, uns
eine Mitfahrgelegenheit zu suchen, um in meine Heimat Freiburg zu gelangen.
Ein kapitaler Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
An sich sind Mitfahrgelegenheiten eine feine Sache. Man verabredet sich mit Leuten, die in dieselbe Richtung müssen, zahlt ein kleines Entgelt und kommt bequem und komfortabel an sein Ziel. So ist es normalerweise, doch leider nicht bei mir: Ich machte mich vor meinem Freund auf den Weg – und wartete eine halbe Stunde bei Schnee und Kälte auf meine Fahrerin. Als sie endlich ankam, war ich schon nass und durchgefroren. Das Schneechaos hatte ihre Fahrt stark verlangsamt. Nach einer weiteren halben Stunde kam auch dann endlich die zweite Mitfahrerin, die ebenfalls erheblich zu spät war. Mit Tempo 60 tuckerten wir über die zugeschneite Autobahn. Ein Höllenritt, das könnt ihr mir glauben. Um Mitternacht kam ich endlich zu Hause an. Die strahlenden Gesichter meiner Familie, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte, holten meine gute Laune schlagartig zurück. Ich konnte es kaum erwarten, dass mein Freund meine Heimat und meine Familie endlich kennenlernt.
Drei Tage später packte auch er seine Koffer und wartete in Düsseldorf bei Minustemperaturen auf seinen Fahrer. Dieser tauchte aber nicht auf und hatte zudem sein Handy aus. Nach einer Stunde des Frierens (Man muss dazu sagen: Er war zu diesem Zeitpunkt erkältet) rief er mich frustriert an und ich suchte gestresst und genervt eine neue Mitfahrmöglichkeit für ihn. Ich fand einen Fahrer, der eine Stunde später ebenfalls in Düsseldorf startete. Aber: ich und Glück? Da konnte ja etwas nicht stimmen. Und so tauchte auch dieser Fahrer nicht auf. Mein Freund war schon tierisch genervt und wollte gerade gehen, als der zweite Fahrer mit sage und schreibe anderthalb Stunden Verspätung endlich vorfuhr.
Die Erkältung verwandelte sich schnell in eine Grippe, nachdem mein Freund kurz nach Mitternacht endlich im verregneten Freiburg aufgetaucht war. Wir verbrachten die Tage mit Snowboarden und Sightseeing und schlugen uns den Bauch mit dem besten Essen der Welt voll. Tja, Oma und Mutter kann eben keiner was vormachen. Nach Krefeld wollten wir beide zusammen zurückfahren. Unsere Fahrt – vor einer Woche fest abgesprochen – wurde uns im letzten Moment abgesagt. Da mein Freund noch einen Weihnachtstag mit seiner Familie verbringen wollte, beschlossen wir, dass er alleine vorfährt. Diesmal klappte alles wunderbar. Ich war sehr erleichtert und beschloss, am nächsten Tag ebenfalls einen Fahrer für mich zu suchen. Gesagt, getan. Am nächsten Tag stand ich wie vereinbart am Treffpunkt. Mein Fahrer tauchte aber nicht auf, warum auch? Wir waren ja nur verabredet! Ich rief ihn an, er ging dran, hörte meine Stimme, legte auf und machte sein Handy aus. Was war das denn für eine Aktion?! Ich wartete eine Stunde und fuhr dann frustriert zu meiner Familie zurück.
Neuer Tag, neues Glück, dachte ich mir und verabredete mich erneut mit einem Fahrer. Meine Schwester witzelte schon, dass ich ruhig sagen könnte, wenn ich in Freiburg bleiben wolle. So witzig fand ich das Ganze allerdings nicht. Mein neuer Fahrer war Gott sei Dank auch pünktlich und sehr nett. Es war schön zu sehen, dass es auch anders ging. Jetzt bin ich wieder in Krefeld, mit zwei Tagen Verspätung, nach insgesamt 11 Stunden Fahrt und muss ehrlich sagen: Ich kann echt keine Autos mehr sehen…
Bis nächste Woche, Lorina

