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	<title>Vertical Magazin &#187; Interview</title>
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		<title>Mark Benecke: „Icke“</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Nov 2009 22:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Agnes Absalon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[topindex]]></category>
		<category><![CDATA[topkarussell]]></category>

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			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="alignright size-full wp-image-3804" title="Dr. Mark Benecke / Foto: Dr. Mark Benecke" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/11/artikel_markbenecke1.jpg" alt="Dr. Mark Benecke / Foto: Dr. Mark Benecke" width="600" height="407" /></h4>
<h4>Mord ist in Mode. Zumindest wenn man einen Blick auf die aktuellen Bestsellerlisten und Kinocharts wirft. Auch auf den Primetime-Plätzen der Privatsender tummeln sich dreimal die Woche fleißige CSI-Ermittler und finden auf eine durchaus spannende, aber unrealistische Weise immer den Täter. Wir haben jemanden getroffen, dessen Berufsalltag Leichen jeglicher Couleur sind: Dipl.-Biol. Dr.rer.medic. Mark Benecke ist sein Name inklusive aller Titel. Der Kriminalbiologe ist weltweit renommiert, in den Medien durchaus präsent und Spezialist für forensische Entomologie, die Insektenkunde im Dienste der Rechtsmedizin. Und ein überaus sympathischer, offener und unterhaltsamer Zeitgenosse.</h4>
<p><strong>In den Medien hast du immer etwas gruselige Titel. Du bist der Herr der Maden, Herr der Fliegen, der Madendoktor…Welchen Titel würdest du dir selber geben?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Icke (lacht, Anmerkung d. Redaktion: „icke“ = berlinerisch für „ich“).</p>
<p><strong>Welche Eigenschaften muss jemand mitbringen, der Kriminalbiologe werden möchte?<br />
</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Man muss Details mögen, also eine größere Vorliebe für das Spezielle haben als für das Allgemeine. Aber mögen reicht da nicht, man muss auch ein Auge dafür haben.</p>
<p><strong>Du bist ein weit gereister Mann. Was ist denn für dich der schönste Ort auf der Welt?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> (überlegt) Meine Küche. Ist immer schön da, kannst immer lecker frühstücken. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich so selten da bin. Für mich ist meine Küche wie ein Phantasieland, wo ich immer hin will. Die Einrichtung ist richtig alt, von der Oma einer Ex, und die Kacheln sind auch aus den 50er Jahren. Das versprüht so einen urigen<br />
Charme. Ich muss zwar zwischendurch immer die Fugen auskratzen, weil sonst alles vergammelt. Aber das geht jetzt wahrscheinlich doch etwas zu sehr ins Detail, oder (lacht)?</p>
<p><strong>Ja, deswegen wechseln wir jetzt das Thema. Du hast viele Tattoos. Welches war dein erstes?</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Mit 18 Jahren eine Echse auf dem Rücken.</p>
<p><strong>Sind Tätowierungen für dich nur Körperschmuck oder haben sie eine tiefere Bedeutung?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Och, Schmuck würde ich nicht sagen. Ich finde Tattoos normal. Ich kann nicht verstehen, wie man sich nicht tätowieren lassen kann.</p>
<p><strong>Aber die Menschen machen sich doch Gedanken, bevor sie ins Tattoo-Studio gehen: Welches Motiv soll ich wählen? Will ich das wirklich? Schließlich muss ich doch damit mein ganzes Leben lang rumlaufen</strong>…</p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Sobald du dich fragst, was du dir tätowieren lassen sollst, willst du das eigentlich gar nicht. Viele Tätowierer sagen, dass sie nur das sichtbar machen, was sowieso schon an dieser Stelle, beziehungsweise in der Person drin ist. Das klingt jetzt ein bisschen nach Schamanen-Blabla, aber da ist wirklich etwas dran. Wenn mich jemand fragt: „Was denkst du, welches Motiv oder Piercing passt zu mir?“, dann beantworte ich das grundsätzlich nicht. Schließlich muss das jeder für sich entscheiden, das ist ganz und gar eine individuelle Frage. Meine Tätowierungen sind aus ganz unterschiedlichen Gegenden. Oft bekommen sie auch erst hinterher eine Bedeutung. Ich entscheide mich immer spontan für ein Tattoo.</p>
<p><strong>Was hast du dir zuletzt stechen lassen?<br />
</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Hier am Handgelenk, das ist noch ganz frisch, deswegen ist da noch der Verband drauf. Was da steht, ist finnisch. Eine Freundin hat mir das mal aufgeschrieben. Es ist ein Schimpfwort, das ihr jemand in einem Blog an den Kopf<br />
geworfen hat: Pinkimeikipillu. Das fand ich so totenlustig. Erstens, wie es sich anhört, und dann auch, dass das so ein krasses Schimpfwort ist.</p>
<p><strong>Was bedeutet es?</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Rosa Kosmetik-Fotze. Meine Freundin hat dazu nur gesagt: „Pöh, davon lasse ich mich nicht beleidigen. Rosa finde ich geil, ich bin Kosmetikerin und eine rosa Pussy habe ich auch. Ja also, da gibt es keine Beleidigung.“ Ich finde so eine Einstellung super, so cool muss man erst einmal sein.</p>
<p><strong>Die Leute denken bei deinem Beruf: Den kann garantiert nichts schocken, der sieht nur Leichen, Maden, Dinge, die für die meisten ekelhaft und abstoßend sind… Hast du vor irgendwas Angst, vielleicht sogar eine Phobie?<br />
</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Also erstmal: Das Problem sind eigentlich nicht die Leichen, meiner Meinung nach. Jetzt vor kurzem wurde ja auch in Bonn eine zerstückelte Leiche gefunden. Da kamen Studenten auf mich zu und sagten: „Bäh, voll ekelig.“ Aber<br />
ich konnte nur antworten: „Hä? Raff’ ich nicht.“ Was ist denn an verwesenden Leichen, zum Beispiel an verwesenden Schweinen, mit denen wir oft experimentieren, ekelig? Das kann ich nicht nachvollziehen.</p>
<p><strong>Aber verwesende Schweine oder Menschen sind doch kein schöner Anblick…</strong><strong><img class="alignright size-medium wp-image-3813" title="Dr. Mark Benecke bei seiner Arbeit / Foto: Mark Benecke" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/11/artikel_mark-300x200.jpg" alt="Dr. Mark Benecke bei seiner Arbeit / Foto: Mark Benecke" width="300" height="200" /></strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Hm. Ich glaube, wenn du das ekelhaft findest, dann denkst du immer noch zu sehr an den Menschen, der dahinter steckt. Das ist ein Berufsfehler. Wenn ich solche Gedanken hätte, könnte ich nicht arbeiten. Du darfst einfach<br />
nicht darüber nachdenken, was mit dem Menschen passiert ist. Es ist auch kein Unterschied, ob nur der Arm abgehackt oder die gesamte Leiche in 20 Zentimeter dicke Stücke zerlegt ist. Das ist vollkommen schnuppe.</p>
<p><strong>Und was ist mit der Phobie?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Ich hatte eigentlich immer vor Spinnen Angst, aber das hat sich in letzter Zeit irgendwie gelegt. Komisch. Gestern Abend haben meine Mitarbeiterin Saskia und ich eine große Kreuzspinne angepustet, die ist dann auch runtergefallen und wir sind zwar noch einen Meter zurückgewichen, aber nicht mehr so wie früher. (Anmerkung d. Redaktion: Mark kreischt zur<br />
anschaulichen Beschreibung)</p>
<p><strong>Tötest du Spinnen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Nee, nee. Umbringen würde ich die nicht. Um Gottes Willen. Ich töte keine Lebewesen. Wozu? Die dürfen ruhig da sein, ich will nur nichts mit denen zu tun haben.</p>
<p><strong>Würdest du auch keine Mücke umbringen? So eine, die dich nachts wach hält, weil sie ständig an dir vorbeifliegt.</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Nein, auf keinen Fall. In solchen Situationen lege ich mir ein Kissen auf den Kopf. Ich lege mich seitlich hin – dann geht das eine Ohr in Richtung Kissen und das andere Richtung Matratze. Und Stiche stören mich nicht. Aber eigentlich habe ich auch immer verschiedene Sorten Öhrstöpsel dabei – speziell angepasste. Welche, wenn es zu laut ist. Zum Beispiel auf Konzerten – passiert aber nur ganz, ganz, ganz selten, höchstens einmal im Jahr. Da sind Lautstärkefilter drin. Und welche mit Totaldämmung. Im Zug sind sie super, weil die Leute da oft schnarchen.</p>
<p><strong>Welches Verhältnis hast du denn zum Tod?<br />
</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Gar keins. Tot ist tot. Bin ich Christ oder was?</p>
<p><strong>Bist du?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Nein, ich stehe nicht auf doppelte Buchführung. Entweder du führst dein Leben oder du machst das wie mein<br />
protestantischer Vater: „Naja, könnt ja sein, dass da doch was ist. Glaube ich zwar nicht, aber man muss auf Nummer sicher gehen.“ Das kannst du natürlich machen, aber ich kann das nicht. Wenn du jetzt einen anderen kulturellen Background hast, speziell wie ich ursprünglich einen katholischen, dann ist das irgendwie was anderes. Protestanten fragen sich eher: Warum sollte ich auf Gott verzichten, wenn es was nützt? Das ist eher eine Nutzenüberlegung. Der Katholik hat Angst, dass er für seine Sünden bestraft wird. Das hat eine ganz andere Schwere. Ist mir aber egal, weil es sich um eine Märchenwelt handelt.</p>
<p><strong>Präzisieren…</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Die Protestanten haben zwar auch Angst, klar. Aber anders. Das siehst du zum Beispiel auch an den Vampirleichen. Nicht verwesende Leichen wie Johannes XXIII. gibt es nur bei Katholiken. In den protestantischen Gegenden gibt es keine unzersetzten heiligen Leichen. Die toten Menschen waren dort gotteslästerlich – der fliegende Holländer zum Beispiel, der sagte: „Ich segle, wie ich will, Gott! Ist mir egal, was du denkst…“ Die orthodoxe Variante ist, dass die Vampirleichen auf der Erde noch etwas zu erledigen haben. Das sind dann eher Geister. Die haben noch etwas offen, meistens in der Liebe. Wir in Deutschland denken eher, dass Geister dann noch eine Rechnung mit dem Mörder offen haben. Aber im christlich-orthodoxen Raum können die Toten nicht gehen, weil sie ihre Familie zu sehr lieben. Dann können sie nicht verwesen. Und müssen dann auch manchmal die Familie ins Grab nachziehen.</p>
<p><strong>Gibt es das wirklich?</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Ja, in kleinen Gebieten im heutigen Rumänien, da gibt es die so genannten Strigoj. Eigentlich sind das Hexer. Die können manchmal als Untote die Familie nachziehen. Ja ja…</p>
<p><strong>Das klingt alles ziemlich gruselig. Glaubst du daran: an Geister, Untote, Vampire?</strong></p>
<p><img class="size-medium wp-image-3817 alignleft" title="Mark Benecke / Foto: Manfred Breber" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/11/artikel_mark2-199x300.jpg" alt="Mark Benecke / Foto: Manfred Breber" width="199" height="300" /><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Eigentlich nicht. Natürlich ist alles möglich. Klar kann es Aliens geben, das kannst du nicht widerlegen, unmöglich. Das ist wie bei den Primzahlen. Ein Mathematiker würde nie behaupten, dass es unendlich viele gibt. Du kannst es nicht beweisen. Ich sehe solche Vorkommnisse aber als Einzelfälle. Als Kriminalist machst du kein naturwissenschaftliches Statement, sondern eine kritische Einzelfallbetrachtung. Ob eine katholische Reliquie oder ein BH von Madonna, den du auf Ebay ersteigerst – du kannst ein Zertifikat haben, die Echtheit mit allen möglichen Mitteln prüfen, aber du kommst irgendwann an einen Punkt, da sagst du: Ich glaub’ das jetzt. Bei Religion geht es um Glauben, nicht um Wissen. Das sehen auch die Zeugen Jehovas so. Wenn du wirklich mal mit ihnen zu Ende diskutierst und sagst: „Ihr könnt mich nicht überzeugen“, dann sagen sie: „Wir wollen Sie ja auch gar nicht überzeugen, wir wollen Sie<br />
überreden“ (lacht).</p>
<p><strong>Ergänze bitte: Lieber tot, als…</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> … untot.</p>
<p><strong>Willst du nicht auf Ewig auf der Erde wandeln?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Weiß nicht, müsste man mal ausprobieren. Wir müssten ein Experiment machen. Hast du ein Angebot? Willst du mir deine Seele verkaufen? Zwei habe ich schon. Aller guten Dinge sind drei.</p>
<p><strong>Wer hat sie dir gegeben?<br />
</strong><br />
<span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Leichtfertige Mädchen…</p>
<p><strong>Noch ein kleiner Tipp an unsere Leser: Du als Experte, wie würdest du einen Mord begehen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">Mark Benecke:</span> Gar nicht. Aber es gibt den perfekten Mord: Auftragskiller anheuern, Profi. Nicht unbedingt das günstigste Angebot wählen – wie beim Klempner. Und es dann am helllichten Tage über die Bühne bringen lassen…</p>
<p>Mehr Infos zu Mark Benecke gibt’s auf:</p>
<p><a href="http://www.benecke.com/" target="_blank"><strong>www.benecke.com</strong></a></p>
<p><strong><br />
</strong></p>
<div class="fix"></div><p align="right" class="vmTTp"><a target="_blank" class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Vertical:+Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C+http://www.vertical-magazin.de/?p=3791" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro1.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;t=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;t=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace.png" alt="Post to MySpace" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;title=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-delicious.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://digg.com/submit?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;title=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Digg"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-digg.png" alt="Post to Digg" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;title=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Google Bookmarks"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-google.png" alt="Post to Google Bookmarks" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;title=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Google Bookmarks"></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://buzz.yahoo.com/submit?submitUrl=http://www.vertical-magazin.de/2009/11/mark-benecke-%e2%80%9eicke%e2%80%9c/&amp;submitHeadline=Mark+Benecke%3A+%E2%80%9EIcke%E2%80%9C" title="Post to Yahoo Buzz"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-buzz.png" alt="Post to Yahoo Buzz" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>DJ Stylewarz: &#8220;Vinyl ist die Basis&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 15:07:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Agnes Absalon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[topindex]]></category>
		<category><![CDATA[topkarussell]]></category>

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		<description><![CDATA[DJ Stylewarz, 37, ist seit 20 Jahren im Geschäft und eine deutsche HipHop-Legende. Im November war er ein Gast von SoulForce. Er begeisterte im Magnapop auf der ersten Boombox-Party das Krefelder Publikum... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="alignnone size-full wp-image-3221" title="DJ Stylewarz" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/11/djstylewarz.jpg" alt="DJ Stylewarz" width="600" height="400" /></h4>
<h4>DJ Stylewarz, 37, ist seit 20 Jahren im Geschäft und eine deutsche HipHop-Legende. Im November war er ein Gast von SoulForce. Er begeisterte im Magnapop auf der ersten Boombox-Party das Krefelder Publikum. Mit uns sprach er vorher über Barack Obama und lästerte über Bushido und den DJ-Nachwuchs.</h4>
<p><strong>Welche Platte wirst du denn heute zuerst auflegen? </strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Das kann ich dir ehrlich gesagt noch gar nicht sagen. Das weiß ich selber vorher nie. Ich entscheide das ziemlich spontan und mache das davon abhängig, was vorher gelaufen ist und wie die Stimmung so ist. Meine Aussteiger sind auch immer unterschiedlich. Ich habe zwar ein Set, aber das ist nicht so festgefahren. Das wäre auch eher so DJ Haiko auf der 80er Party.</p>
<p><strong>Barack Obama ist der neue Präsident der USA. Du als halber Ami – dein Kommentar dazu?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Das Beste, was den Vereinigten Staaten von Amerika seit Jahren passiert ist. Ich glaube, die Deutschen checken gar nicht so sehr, wie wichtig die Wahl von Barack Obama ist. Da er der erste afroamerikanische Präsident in der Geschichte ist, hat das eine viel krassere Bedeutung, als wir uns das vorstellen können. Die USA sind geklautes Land, aufgebaut mit geklauten Menschen. Da steckt einfach viel mehr hinter. Jetzt müssen wir abwarten, was passiert.</p>
<p><strong>Was erhoffst du dir? Was soll Obama anders machen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Ich glaube, dass alles besser sein wird als unter Bush. Aber präziser kann ich meine Hoffnungen nicht formulieren. Hauptsache, es wird besser – auch wenn das nicht schwer ist. Auf jeden Fall hat Obama einen krassen Start. Er sagt ja selber, dass es nicht leicht wird. Er wird wahrscheinlich die meiste Zeit damit verbringen, die Scheiße von Bush aufzuräumen.</p>
<p><strong>Was an dir ist amerikanisch?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz: </span>Hmm… Meine amerikanische Familie ist amerikanisch (lacht). Das ist eine schwere Frage, ich kann sie dir gar nicht richtig beantworten. Denn was ist typisch amerikanisch? Aber ich muss dazu sagen, dass ich mich nicht als Deutscher sehe. Aber da ich hier aufgewachsen bin, habe ich auch typisch deutsche Eigenschaften. Ich bin zum Beispiel relativ pünktlich.</p>
<p><strong>Auf deiner Homepage steht, dass du die gute alte Professionalität im DJ-Biz vermisst. Was macht der Nachwuchs falsch?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Der Nachwuchs macht nicht alles falsch. Es gibt sehr, sehr viele gute Jungs, die nachkommen, aber ein großer Fehler ist, dass sie sich nicht mit den Basics der HipHop-Musik auseinandersetzen. Viele geben sich nicht die Mühe, zu schauen, woraus diese Musik besteht. Das vermisse ich eigentlich: Dass sich der Nachwuchs auf die Suche nach den Roots macht. Natürlich kann ich nicht davon ausgehen, dass die Jüngeren alles kennen. Das ist auch einfach nicht möglich. Viele verfahren aber nach dem Motto: „Okay, heute lade ich mir zig mp3-Dateien herunter und kaufe keine Platten mehr, weil es ja die DJSoftware Serato gibt.“ Die checken gar nicht, dass sie damit der HipHop-Kultur schaden. Es kommt halt alles von Vinyl, das ist ein Basic-Element. Leider hat Vinyl eh schon seit Jahren einen schlechten Stand und durch so eine Einstellung kriegt es noch mal so einen Schlag von hinten. Jeder soll machen, was er will, aber schade ist das trotzdem irgendwie.</p>
<p><strong>Wie viel Vinyl hast du zu Hause liegen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Ich bin letzte Woche nach Hamburg umgezogen – ich glaube, das sind etwas über 20.000 Platten. Zum Glück habe ich ein Umzugsunternehmen engagiert. Denn ich habe mir gedacht: „Wenn du das alles alleine mit Freunden machst, dann bist du danach ziemlich allein auf der Welt.“</p>
<p><img class="size-medium wp-image-3224 alignright" title="DJ Stylewarz" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/11/dj-stylewarz-199x300.jpg" alt="DJ Stylewarz" width="199" height="300" /></p>
<p><strong>Du hast auch mal in Berlin gelebt. Bremerhaven, Berlin, Hamburg – welche der drei Städte ist am schönsten?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Also, Bremerhaven ist Zuhause, das ist mit nichts zu vergleichen. Und Berlin verliert so haushoch gegen Hamburg. Ich finde Berlin eh komplett überbewertet. Ich finde Berlin so scheiße, das kannst du dir gar nicht vorstellen.</p>
<p><strong>Warum?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Für mich ist das einfach ein Haufen Scheiße in den Osten gekotzt (lacht).</p>
<p><strong>Und was ist an Hamburg schöner?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Wasser. Das ist einfach Norddeutschland, da komme ich her.</p>
<p><strong>HipHop assoziieren heutzutage viele Ahnungslose mit Gangsta-Rap. Wie lautet deine persönliche Definition von HipHop?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz: </span>Was ich dir sagen kann, ist, dass das, was Leute jetzt von HipHop mitkriegen, eben dieser ganze Gangsta-Bushido-Mongo-Scheiß ist. Also mit „Leute“ meine ich jetzt die 08/15-Gabi, die ihrem Nine-till-five-Job nachgeht und morgens zum Fertigmachen Radio hört. Das hat aber mit dem, was ich mache und was ich darunter verstehe, nichts zu tun. Für mich ist das, was ich mache, etwas Positives. Es hat nichts mit Gewalt, Pornografie und Rassismus zu tun. Das hört sich jetzt zwar ein bisschen dinosauriermäßig an, aber wir haben damals auf uns aufmerksam gemacht, weil wir etwas können. Und die Gangsta-Rapper machen auf sich aufmerksam, indem sie Leute beleidigen und spätpubertär auftreten. Man kann über Bushido denken, was man will. Aber das, was er abliefert, ist Programm für 15-Jährige. Wäre ich jetzt 15, würde ich das vielleicht auch gut fi nden, wenn mir sonst niemand etwas anderes zeigt. Ich mache das schon so lange, ich habe solche Typen schon kommen und gehen sehen. Da sind die auch nur ein kurzer Abschnitt, in dem, was bisher war und noch kommt.</p>
<p><strong>Hast du Bushidos Biografie gelesen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;">DJ Stylewarz:</span> Ich gucke mir lieber Jamie Oliver sonntags im Fernsehen an, als Bushidos Biografie zu lesen. Wie alt ist der Typ? 30? Er hat einfach nichts zu erzählen.</p>
<p>Mehr Infos zu DJ Stylewarz und Spoundproben gibt’s auf:<a href="http://www.myspace.com/newdamagegroup" target="_blank"><strong><br />
</strong></a></p>
<p><strong><a href="http://www.djstylewarz.de" target="_blank">www.djstylewarz.de</a><a href="http://www.myspace.com/djstylewarz" target="_blank"> | www.myspace.com/djstylewarz</a></strong></p>
<p><strong><a href="http://www.vertical-magazin.de/2009/11/boombox-mit-dj-stylewarz/" target="_blank">Hier geht &#8217;s zum Gewinnspiel</a><br />
</strong></p>
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		<title>Sputnic: Ein kleines Gespräch über Kultur in Krefeld</title>
		<link>http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/</link>
		<comments>http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2009 19:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Agnes Absalon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Quer geschnitten]]></category>
		<category><![CDATA[Sputnic]]></category>
		<category><![CDATA[topindex]]></category>
		<category><![CDATA[topkarussell]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer in Krefeld das Wort „Sputnic“ hört, denkt mittlerweile nicht mehr an den russischen Satelliten, sondern an ein kreatives Trio. Denn Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges haben im August mit ihrer Guerilla-Aktion...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h4><img class="alignnone size-large wp-image-2769" title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik-576x382.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="382" /></h4>
<h4><strong>Wer in Krefeld das Wort „Sputnic“ hört, denkt mittlerweile nicht mehr an den russischen Satelliten, sondern an ein kreatives Trio. Denn Malte Jehmlich, Nicolai Skopalik und Nils Voges haben im August mit ihrer Guerilla-Aktion zur „Quer geschnitten“-Ausstellung im Kaiser-Wilhelm-Museum ganz schön für Aufsehen gesorgt. Unter dem fiktiven Agenturnamen „Wostok“ schickten sie Politik, Verwaltung und Presse Ideen für das <a title="Kaiser Wilhelm Center" href="http://kaiser-wilhelm-center.de/index.html" target="_blank">Kaiser Wilhelm Center</a>. Das ehrwürdige Museum als Einkaufstempel? Eine kurze, erregte Debatte begann, dann wurden Sputnic enttarnt. Mittlerweile haben sich die Wogen geglättet. Zeit, ein Fazit zu ziehen.</strong></h4>
<p><strong><img class="alignnone size-full wp-image-2789" title="Das Kaiser Wilhelm Center" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/kwm.jpg" alt="Das Kaiser Wilhelm Center" width="450" height="360" /><br />
</strong></p>
<p><strong>Ihr habt ja mit eurer Guerilla-Aktion ganz schön für Aufsehen gesorgt. Welche Reaktionen gab es auf das Kaiser Wilhelm Center?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte:</strong></span> Ganz verschiedene. In der Presse waren sie positiv als auch negativ, was man dann als erstes in den Leserbriefen mitgekriegt hat. Es gab geteilte Meinungen und genau so war‘s ja auch gedacht: Es sollte ja direkt eine Diskussion losgehen. Einige haben gefragt: „Dürfen die das?“ Andere fanden uns „unverschämt“. Wiederum andere haben sich beschwert: „Gerade jetzt vor der Kommunalwahl, das kann man doch nicht machen.&#8221; Aber im Nachhinein waren es überwiegend positive Reaktionen, die vor allem aus der Kunst- und Kulturszene kamen. Aber da kann man ja auch erwarten, dass diese Leute eher positiv auf die Aktion reagieren. Und es ist niemand privat auf uns zugetreten und hat uns beschimpft.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong> Es sind keine Eier oder Tomaten geflogen… (lacht). Es gab auch sehr lustige Reaktionen. Einer hat zum Beispiel auf unseren Wostok-Anrufbeantworter angerufen und bereits Räume angefragt für den Gastronomie-Bereich im Kaiser Wilhelm Center. Das ist natürlich eine Reaktion, über die wir uns besonders gefreut haben.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nils: </span></strong>Ein Architekturbüro hat auch noch angerufen.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong> Wir haben ja nicht nur alle Ratsmitglieder angeschrieben, sondern auch die Industrie- und Handelskammer und den Einzelhandelsverband. Wir wollten die Kontroverse ja sehr breit streuen. Das war Phase eins. Phase zwei wäre gewesen, ein Gespräch in der ganzen Stadt anzuregen. Aber so weit ist es ja nicht gekommen, die Kontroverse ist im politischen Kreis geblieben letztendlich, weil die Aktion viel zu früh aufgeflogen ist. Wünschenswert wäre es gewesen, dass die Bürger darüber diskutieren. So ist der satirische Teil der Aktion in den Vordergrund gerückt. Aber genau diese Kontroverse, dass sich Leute für das Kaiser Wilhelm Center interessieren und es für eine gute Idee halten und andere sich furchtbar darüber aufregen, wollten wir ja.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-2770" title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik2-576x382.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="382" /></p>
<p><strong>Klar, es hätte bestimmt auch das ganze Meinungsspektrum gegeben von „Wir brauchen einen Konsumtempel, ins Museum geht ja eh keiner“ bis „Das  Museum ist uns heilig“.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai: </span></strong>Genau, die schlechten Besucherzahlen waren ja auch der ausschlaggebende Punkt, warum wir auf diese Idee gekommen sind. Es gehen ja vielleicht täglich drei Leute ins Kaiser Wilhelm Museum. Dabei hat es eine wirklich großartige Sammlung und die guckt sich keiner an. Und wir fragen uns: Woran liegt das? Da liegen Themen wie „Muss sich Kunst und Kultur lohnen?“ nahe. Und genau an dem Punkt beginnt auch die Diskussion über den Kunst- und Kulturbegriff, den eine Stadt hat.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte: </strong></span>Da reden jetzt vielleicht nicht alle Leute drüber, die diese Aktion mitgekriegt haben. Denn für viele stand wirklich eher der satirische Effekt im Vordergrund: „Haha, da wurden die Politiker und die Stadt gefoppt.“ Das haben wir natürlich auch getan, das ist aber nur ein Teil des ganzen Themas. Wir haben auch am Rande Gespräche mit Politikern und Leuten aus der Kulturszene gehabt, in denen sich herausstellte, dass wir wirklich Diskussionen angestoßen haben. Das freut uns natürlich sehr, dass da verschiedene Standpunkte ausgetauscht werden über Kulturpolitik.</p>
<p><strong>Gerade die Frage „Wie viel darf Kultur kosten?“ wird ja seit längerem in Krefeld diskutiert wegen der Sanierung von Theater und Kaiser Wilhelm Museum. CDU-Fraktionschef Wilfried Fabel hat ja mal den berühmten Satz gebracht: „Sonderwünsche von Kulturfreaks akzeptieren wir nicht mehr.“ Jemand hat dann Kulturfreak-Buttons produziert…</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong> Super, ich will auch so einen Button.</p>
<p><strong>Welchen Stellenwert hat denn eurer Meinung nach Kultur in Krefeld.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nils: </strong></span>Die Quer-geschnitten-Ausstellung läuft scheinbar ganz gut. Als ich letztens da war, standen bereits im Eingangsfoyer mehr als acht Leute.</p>
<p><strong>Juhu!</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai:</strong></span> (lacht) Auf einmal – und nicht über den ganzen Tag verteilt.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nils: </span></strong>Irgendwie scheint diese Ausstellung ganz gut anzukommen. Die Leute in Krefeld sind interessiert daran.</p>
<p><strong>Vielleicht zeigen sie dadurch ihren Lokalpatriotismus.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Klar, die Reaktionen sind ja auch immer diegleichen: Die Leute sind erstaunt, welche Qualität die Krefelder Kunstszene zu bieten hat. Das ist ja auch wirklich erstaunlich. Die meisten nehmen das auch sonst nicht wahr. Sie denken: „Ach, da malen ein paar Leute schöne Bilder.“ Aber welch hohes internationales Niveau wir da zu bieten haben, sieht man jetzt zum ersten Mal gebündelt.</p>
<p><strong>Was war denn das schönste Feedback, das ihr auf eure Aktion bekommen habt, und was das allerschlimmste?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong></p>
<p><img title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik5-576x383.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="383" /></p>
<p>Und Kritik, klar, die war ja einkalkuliert. Sie gehört zur Kontroverse dazu. Mit der haben wir ja auch gerechnet und hätten uns sogar viel mehr negative Meinungen gewünscht. In der Rheinischen Post waren bei einer Umfrage 80 Prozent für das Projekt und 20 Prozent dagegen.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Malte: </span></strong>Nicht so positiv waren die Headlines in der Presse direkt nach der Enttarnung. In der einen Zeitung war von „Schabernack“ die Rede , die andere Überschrift lautete: „Künstler narren die Stadt“. Das ist zwar nicht falsch, aber es hat die ganze Wirkung der Aktion in diese Richtung kanalisiert: Witz, Schabernack, PR-Aktion.</p>
<p><strong>Stimmt, das hat die Wirkung einer Parodie erzeugen lassen. </strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai: </span></strong>Das hat’geprägt. Und das hat auch die ganze Diskussion geprägt.</p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Malte: </span></strong>Ja, das war ein bisschen schade. Hätte da nicht direkt „Schabernack“ gestanden, dann hätte das eine ganz andere Kraft entfalten können.</p>
<p><strong>Das ist die Crux mit den Überschriften: Einen Sachverhalt in nur einer Schlagzeile treffend wiederzugeben, ist gar nicht so einfach. Vielleicht waren die Redakteure ja auch selbst so von eurer Fälschung überrascht, dass sie ihren eigenen ersten Impuls dargestellt haben.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Also, das weiß ich jetzt nicht, das ist reine Spekulation: Aber vielleicht waren sie auch ein bisschen angepisst, weil wir sie natürlich auch benutzt haben. Wir haben ja nicht gesagt: „Leute, das ist ein Fake, schreibt da mal etwas drüber.“ Sondern wir haben sie auch angeschrieben und versucht, sie in die ganze Nummer hereinzuziehen.</p>
<p><strong>Hat euch die Heftigkeit der Reaktionen überrascht und was hat euch das im Endeffekt über Krefeld verraten?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai:</strong></span> Wir wussten wirklich nicht, was passiert. Wir haben alle Möglichkeiten in Betracht gezogen. Es hätte ja auch direkt eine Luftnummer werden und platzen können. Damit haben wir auch gerechnet. Es hätte aber auch noch viel, viel heftiger kommen können. Letztendlich wussten wir auch nicht, worauf wir uns da einlassen. Werden sie uns am Ende verklagen? Die Drohung kam ja. Die wichtigen Leute haben wir mit ins Boot geholt: Das Museum wusste Bescheid, weil wir dem Museum damit ja auf gar keinen Fall schaden wollten. Deswegen haben wir das vorher abgeklärt. Und dass wir mit der Aktion unbequem waren, das war uns natürlich trotzdem klar.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte: </strong></span>Die Geschwindigkeit, mit der es dann ins Rollen gekommen ist, hat uns trotzdem überrascht.</p>
<p><img title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik4-576x383.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="383" /></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong> Wir hätten noch nachschieben können: Es gab Budget für eine Anzeige im Stadtanzeiger.</p>
<p><strong>Wenn ihr das Ziel eurer Aktion in ein paar Worte packen müsstet, wie würdet ihr es beschreiben?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Malte:</span> </strong>Wir wollten eine Diskussion anstoßen über Kultur, über Kulturpolitik. In dieser Stadt, aber auch im Allgemeinen. Man kann abschätzen, dass in diesen Zeiten die Mittel gekürzt werden. Im Ruhgebiet kommt jetzt die Ruhr 2010, da wird erst einmal ordentlich etwas rausgehauen, weil man damit angeben kann, welch tolle Kultur hier herrscht. Aber wie es 2011 aussieht… da darf man ein bisschen skeptisch sein.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Andererseits war es auch eine Erforschung unseres  eigenen Kulturbegriffs. Das ist natürlich auch immer wieder eine Diskussion und eine Frage, inwieweit Projekte bezahlbar sein müssen. Die Aktion war ja auch eine Investition für uns, die wir von uns aus getätigt haben. Der zweite Teil, der ja im Kaiser Wilhelm Center… (lacht)… ich kriege das nicht aus mir heraus, das wird ewig bleiben… im Kaiser Wilhelm Museum natürlich&#8230; zu sehen ist, der setzt sich noch viel tiefer mit unserem Kulturbegriff auseinander. Was ist der Impetus, also der Drang, selber Kulturschaffender zu sein? Wo kommt das her, was ist der Antrieb? Was ist letztendlich unser Kulturbegriff?</p>
<p><strong>Und im Großen und Ganzen: Seid ihr zufrieden, wie es gelaufen ist?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai:</strong></span> Ja, auf jeden Fall.</p>
<p><strong>„Quer geschnitten“ ist ja die erste Ausstellung von Krefelder Kunst in Krefeld seit langer Zeit. Wir haben drei tolle Museen, Kaiser Wilhelm, Lange und Esters, aber die stellen internationale Kunst aus. Welchen Stellenwert hat lokale Kunst?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nicolai:</span></strong> Das ist eine seltsame Beobachtung, aber sie betrifft nicht nur Kunst, sondern auch Musik und Kultur im Allgemeinen: Die Krefelder Bürger haben ein ganz großes Identifikationsproblem damit. Da herrscht auch unter den Künstlern so ein Understatement, dass man sein Licht unter den Scheffel stellt. Und die  Kultur wird auch einfach nicht wahrgenommen. Denn sobald das Label „Krefeld“ drauf steht, denkt man sich: Naja, so toll kann das ja nicht sein.</p>
<p><strong>Es ist ja eine Abwärtsspirale, die sich dadurch anbahnt: Es werden tolle Sachen angeboten, aber niemand geht hin. Deswegen refinanzieren sie sich nicht und keiner kann es sich leisten, Good-Will-Konzerte zu veranstalten oder ähnliches. Und dann ist in Krefeld nichts mehr los irgendwann.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;">Nils: </span></strong>Auf jeden Fall.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-2779" title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik6-576x383.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="383" /></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai:</strong></span> Es liegt nicht am Angebot und nicht an den Machern. Von denen gibt es viele.</p>
<p><strong>Wir haben eine Design-Fakultät an der Hochschule Niederrhein, an der es vor talentierten Leuten wie euch nur so wimmelt. Aber die Stadt gibt für Projektplanungen die Aufträge an große Agenturen, die sehr viel Geld kosten. Wie findet ihr das?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte: </strong></span>Das zeigt, dass es da noch nicht angekommen ist, dass es halt auch in Krefeld gute Leute gibt. Das ist natürlich schon schade.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Das ist ein Reibungsverlust. Die wenigsten Krefelder wissen, dass wir eine Design-FH haben. Das sagt viel aus. Das kommt in der Politik genauso an. Die denken auch nicht daran, dass hier viel kreatives Potenzial schlummert.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nils:</strong></span> Die Hochschule tritt nicht so stark in Erscheinung. Insofern vermute ich, dass sie einfach nicht wahrgenommen wird von Politikern, die sich sonst mit sowas gar nicht beschäftigen. Die denken: Wir brauchen ein Logo oder etwas anderes, deswegen gehen wir zu einer Design-Agentur. Da nehmen wir natürlich die Großen, denn die haben einen Namen.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Dabei würden sie ja mit viel weniger Geld viel mehr erreichen können. Wenn sie ein paar Studenten ein paar Entwürfe machen lassen, müssen sie das am Ende ja noch nicht einmal nehmen.</p>
<p><strong>Noch ein kleiner Vergleich: Es gab ja vor kurzem die sehr umstrittene Aktion „Krefeld – schön hier“. Viele haben die „Größte Postkarte der Welt“, die dabei entstanden ist, als große Geldverschwendung empfunden. Der Slogan wird von einigen Leserbriefschreibern von WZ und RP sogar vollkommen sarkastisch gebraucht. Was habt ihr besser gemacht als Oberbürgermeister Gregor Kathstede?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Kann man beide Aktionen vergleichen?</p>
<p><strong>Na ja, es geht um positive Aufmerksamkeit, um Image. </strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte: </strong></span>Wir haben vielleicht da drauf gedrückt, wo es weh tut. Wo ein Problem ist, was auch thematisiert werden sollte und deswegen auch eine ganz andere Kraft hat. „Krefeld – schön hier“ war eine Imagekampagne, die versucht hat, alles zuzupflastern mit Image.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nils:</strong></span> Es ist halt sinnfrei. So eine Postkarte hat keinen Inhalt. Es ist einfach nur eine Postkarte, die größte halt. Ein Versuch, ins Guinness-Buch der Rekorde zu kommen, aber mehr auch nicht. Wir sollten jetzt mal die dickste Postkarte der Welt in Angriff nehmen.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Malte: </strong></span>Es gibt einen Max-Goldt-Text über nicht so große Städte, die immer ein Superlativ brauchen. Wir haben halt die „Größte Straßenmodenschau der Welt“, Düsseldorf hat die längste Theke der Welt. Ich habe einen Aufkleber vom höchstgelegenen Moorheilbad Deutschlands. Jeder braucht so etwas anscheinend…</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nils:</strong></span> … um sich zu profilieren. Aber es geht halt nicht um Inhalte. Man will irgendwas haben, was plakativ ist, bei dem die Leute irgendwie an einem Strang ziehen.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nicolai: </strong></span>Trotzdem kann man das nicht vergleichen, finde ich. Wir haben natürlich ganz andere Ausgangsvoraussetzungen. Wir können eben Salz in Wunden streuen, wir können Sachen machen, die so ein Oberbürgermeister nicht machen kann. Es ist wahrscheinlich einfacher, auf Probleme aufmerksam zu machen als positiv Marketing zu betreiben. Also, die Aktionen kann man nicht miteinander vergleichen, aber man kann natürlich schon fragen, warum die Reaktionen so unterschiedlich ausfallen. Und ein bisschen Marketing haben wir natürlich auch gemacht. Denn die Aktion war schon imagefördernd für Krefelds Kultur. Und natürlich für uns… (lacht). Das sollte man ja auch nicht totschweigen. Das stand wirklich nicht im Vordergrund, aber wir haben auch stark davon profitiert.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Nils:</strong></span> Allerdings nur bekanntheitsmäßig. Es ist jetzt nicht so, dass die Leute bei uns Schlange stehen und Konzepte für Museums-Umbauten nachfragen. Aber wenn jemand Interesse hat, dann darf er gerne kommen&#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-2773" title="Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/artikel_sputnik3.jpg" alt="Foto: Patrick Pekal" width="576" height="867" /></p>
<p><strong>„Quer geschnitten – Kunst aus Krefeld heute“ ist noch bis zum 30. Dezember 2009 im Kaiser Wilhelm Museum zu sehen.</strong></p>
<p><strong>Öffnungszeiten:</strong><br />
Di – So: 11 bis 17 Uhr, Mo: geschlossen</p>
<p><strong>Ein Porträt des Künstler-Kollektivs Sputnic findet ihr<a title="hier" href="http://www.vertical-magazin.de/2009/10/weggefahrten/" target="_self"> <span style="text-decoration: underline;">hier</span></a>.</strong></p>
<div class="fix"></div><p align="right" class="vmTTp"><a target="_blank" class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Vertical:+Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld+http://www.vertical-magazin.de/?p=2720" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro1.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;t=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;t=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace.png" alt="Post to MySpace" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;title=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-delicious.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://digg.com/submit?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;title=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Digg"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-digg.png" alt="Post to Digg" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;title=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Google Bookmarks"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-google.png" alt="Post to Google Bookmarks" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;title=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Google Bookmarks"></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://buzz.yahoo.com/submit?submitUrl=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/sputnic-ein-kleines-gesprach-uber-kultur-in-krefeld/&amp;submitHeadline=Sputnic%3A+Ein+kleines+Gespr%C3%A4ch+%C3%BCber+Kultur+in+Krefeld" title="Post to Yahoo Buzz"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-buzz.png" alt="Post to Yahoo Buzz" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>New Damage: „Wir sind ein Rampensaustall“</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Oct 2009 06:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Agnes Absalon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[New Damage]]></category>
		<category><![CDATA[topindex]]></category>
		<category><![CDATA[topkarussell]]></category>

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		<description><![CDATA[Lange war es still um die Krefelder Band New Damage. Doch beim Contest „Rock zum Ring“ haben sich Christian Suhrkamp (Gitarre), Peter Höttges (Bass) und Thorsten Marach (Schlagzeug) eindrucksvoll zurück gemeldet – mit einem neuen Sänger in ihren Reihen...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="size-large wp-image-2007 alignnone" title="New Damage" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/12_new_damage_-_bandfoto-576x384.jpg" alt="12_new_damage_-_bandfoto" width="576" height="384" /></p>
<h4><span style="color: #2871af;"><strong>Lange war es still um die Krefelder Band New Damage. Doch beim Contest „Rock zum Ring“ haben sich Christian Suhrkamp (Gitarre), Peter Höttges (Bass) und Thorsten Marach (Schlagzeug) eindrucksvoll zurück gemeldet – mit einem neuen Sänger in ihren Reihen. Er heißt Ingo Bajonczak, kommt aus Mönchengladbach und hat New Damage zu ihrem zweiten musikalischen Frühling verholfen.</strong></span></h4>
<h4><strong>Was bedeutet der Sieg beim Contest Rock zum Ring für euch?</strong></h4>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong> </span>Der bedeutet uns natürlich sehr viel. Wir sind heiß darauf, das High8-Festival zu rocken und stolz, dass wir gewonnen haben. Wir waren ja lange genug bühnenabstinent.</p>
<p><strong>Das hatte auch seine Gründe: Sänger Jerry Ülker hat die Band verlassen. Warum?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Thorsten:</strong> </span>Das hatte gesundheitliche Gründe. Jerry hatte einen Hörsturz und auf beiden Ohren einen Tinnitus. Unter diesen Voraussetzungen ist es natürlich schwer, Musik zu machen, wie wir sie machen – und vor allem in der Lautstärke.</p>
<p><strong>Was hat das bei euch ausgelöst?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Thorsten:</strong> </span>Christian, Peter und ich haben da gestanden und uns gefragt, wie es weitergehen soll. Dass es für uns weitergeht, war eigentlich klar. Wir wollten immer zusammen Musik machen und haben uns deshalb auf die Suche nach Ersatz gemacht. Zuerst haben wir überlegt, ob wir jemanden aus dem Bekanntenkreis kennen. Lustig war, dass Christian irgendwann Ingo gefragt hat, ob er nicht jemanden kenne, der Lust hätte. Und Ingo sagte darauf nur: „Ja, mich!“</p>
<p><strong>Ihr habt aber auch Anzeigen geschaltet und über eure MySpace-Seite gesucht. Waren noch andere Kandidaten im Rennen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong> </span>Das war davor. Ingo haben wir nicht sofort gefragt. Die Anzeigen und Postings in allen einschlägigen Foren waren wenig erfolgreich. Das war eigentlich auch klar, wenn man sich anschaut, wie viele Bands irgendwelche Sänger, Bassisten und Schlagzeuger suchen. Außer Gitarristen ist ja eigentlich alles knapp an guten Musikern.</p>
<p><strong>Und wieso habt ihr euch dann für Ingo entschieden?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong></span> Wir haben uns erst einmal zum Proben verabredet. Das war eine große Umstellung. Klar, wenn man acht Jahre lang mit einem Sänger geprobt hat, dann ist das erst einmal ungewohnt. Peter hat immer das Beispiel gebracht: Das ist so, wie nach einer langen Beziehung mit einer anderen Frau zu schlafen. Aber wir haben nach und nach festgestellt: Oh, das passt verdammt gut. Außerdem haben wir dadurch, dass Ingo einen anderen Gesangsstil hat, ganz andere musikalische Sachen ausgelebt, die wir vorher so nicht gemacht haben mit New Damage. Wir sind in der Musik insgesamt ein bisschen härter und progressiver geworden. Jerry war eher so der rockig-soulige Sänger. Ingo singt auch sehr melodiös, aber er ist eher der aggressivere Typ vom Gesangsstil her. Neuerdings gibt es deswegen auch Shout- und Growl-Parts in unseren Stücken.</p>
<p><strong>Seid ihr froh über diese „erzwungene“ musikalische Weiterentwicklung?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Peter:</strong> </span>Ich bin sehr froh. Auch weil Ingo und ich vom Background her auf der gleichen Ebene liegen – und er das auch musikalisch einbringt, was mich natürlich sehr freut. Ich war auch derjenige, der dieses Progressivere und Härtere immer wollte. Deswegen rennt er damit bei mir auch offene Türen ein. Bei mir hat die Umgewöhnungsphase auch nicht ganz so lange gedauert wie bei den anderen. Aber man muss ganz klar sagen: Wir haben mit Jerry nicht nur einen Sänger verloren, sondern auch einen Typen, mit dem wir die Band aufgebaut und die ersten Schritte gemacht haben. Das war schon ein Schock, als er aufgehört hat. Bei mir gab’s damals auch so einen leicht depressiven Ansatz: Wie geht es jetzt weiter? Geht es überhaupt weiter? Aber das liegt wohl auch daran, dass ich eher der pessimistische Part in der Band bin. Das hat sich dann aber sehr in Wohlgefallen aufgelöst, wie das so oft im Leben ist. Man weiß erst nachher, was dieser Schnitt vorher gebracht hat oder warum er passieren musste.</p>
<p><strong>Wir reden die ganze Zeit über dich, Ingo. Wie fühlst du dich denn bei New Damage?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Ingo:</strong> </span>Ich fühle mich sehr wohl. Ich bin aber immer noch bei zwei anderen Bands aktiv: bei Supersoma aus Mönchengladbach und bei einer Kölner Stoner-Rock-Band namens Dirty Amish.</p>
<p><strong>Wie schaffst du das? Bist du Berufsmusiker?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Ingo:</strong> </span>Nein, wir haben alle ganz normale Fulltime-Jobs. Ich versuche im Moment, alle Bands unter einen Hut zu kriegen. Bei Supersoma gab es auch einige Umbauten, weshalb da der Probe-Turnus ein wenig abgenommen hat im Vergleich zu vorher. Diese Dreigleisigkeit klappt noch ganz gut und ich hoffe, dass das auch in Zukunft so bleiben wird. Anfangs war es so, dass ich mit Christian Kontakt hatte und mir gedacht habe: „Warum nicht? Die Jungs stehen schon länger auf dem Schlauch und können keine Musik mehr machen. Lass uns das mal ausprobieren, vielleicht funktioniert’s ja.“ Ich war selber neugierig darauf, ob meine Stimme zum Sound von New Damage passt, weil Supersoma von der Musikrichtung her doch eine ganz andere Ecke ist. New Damage war eine neue musikalische Herausforderung für mich. Ich wollte sehen, ob ich mit meiner Stimme Jerrys Songs interpretieren kann. Witzigerweise hat das sehr gut funktioniert. Wir haben uns sogar so gut verstanden, dass wir sofort angefangen haben, an neuem Songmaterial zu schreiben. Jetzt sind wir sogar so weit, dass wir bald eine neue CD am Start haben.</p>
<p><strong>Das knüpft an meine nächste Frage an: Was bringt 2009 für euch?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong><a href="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/new_damage.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-2050" title="Im Proberaum, Foto: Patrick Pekal" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/new_damage-300x200.jpg" alt="Im Proberaum, Foto: Patrick Pekal" width="300" height="200" /></a>Christian:</strong> </span>Wie gesagt, die neue CD steht jetzt an. Wann sie erscheint, steht aber noch nicht fest. Sie ist eigentlich fertig. Aber im Moment sind wir im Kontakt mit einem Label. Da wird sich noch entscheiden, ob da eine Zusammenarbeit zustande kommen wird oder nicht. Es wäre natürlich schön, weil das eine enorme Entlastung in Sachen wie Promotion und Vertrieb bringt. Ein Label kann die Musik an Leute herantragen, an die man sonst so einfach nicht ran kommt.</p>
<p><strong>Auch ein Management kann enorme Entlastung bringen. Gibt’s da was Neues?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong></span> Birgit Webers hat sich dazu bereit erklärt, Management und Booking für uns zu machen. Dafür sind wir natürlich super dankbar, weil das genau die Unterstützung ist, die wir uns seit Ewigkeiten gewünscht haben. Es ist zeitlich einfach nicht möglich, Musik zu machen und sich nebenbei noch um den organisatorischen Aspekt zu kümmern. Alleine hat man da begrenzte Möglichkeiten.</p>
<p><strong>Stehen denn in nächster Zeit viele Gigs an?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong></span> Das High8 ist so das Größte, was in nächster Zeit feststeht. Aber wir haben natürlich zahlreiche Bewerbungen für andere Auftritte rausgeschickt – mal schauen, was daraus wird. Wir sind natürlich bemüht, dieses Jahr noch viel zu spielen.</p>
<p><strong>Hat sich denn eure Live-Performance mit Ingo ebenfalls verändert?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong> </span>Ja, definitiv. Sie ist anders. Ingo ist ein deutlich extrovertierterer Typ als Jerry. Jerry war eher ruhig und hat einen auf charismatisch gemacht. Und Ingo gibt richtig Vollgas auf der Bühne.<strong><br />
<span style="color: #2871af;">Ingo:</span></strong><span style="color: #2871af;"> </span>Willst du etwa sagen, ich bin nicht charismatisch?<strong><br />
<span style="color: #2871af;">Christian:</span></strong><span style="color: #2871af;"> </span>Das bist du natürlich auch. Aber Ingo kommuniziert mit dem Publikum, das ist eine richtige Rock’n’Roll-Show. Das finden wir extrem gut und wir werden in Zukunft bestimmt noch einigen ordentlich den Arsch versohlen.</p>
<p><strong>Fans sind ja oft empfindliche Wesen. Wie haben die auf eure neuen musikalischen Schritte reagiert?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong> </span>Ich war sehr positiv überrascht. Ich kenne Krefeld und weiß, wie hier das Publikum manchmal so drauf ist. Es ist nicht immer einfach (lacht). Jerry war damals unser Sound-Aushängeschild, alle waren von seinem Stil begeistert. Deswegen war ich anfangs ein bisschen skeptisch. Aber nach den ersten Gigs sind die Leute auf uns zugekommen und haben gesagt: „Das ist total geil!“ Manche meinten sogar: „Das ist noch besser! Das hat euch vorher noch gefehlt.“ Die Leute waren echt begeistert. Und das hat uns natürlich total gut getan. Das Feedback zu kriegen, dass es eine gute Entscheidung war, Ingo in den ReRecall einzuladen und nachher in die Band zu nehmen (lacht).</p>
<p><strong>Beinharte Casting-Bedingungen, was? </strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong></span> Ja, das war unser Running-Gag. Wir hatten ja schließlich keine anderen Bewerber zur Auswahl, aber wir haben uns nach jeder Probe hingesetzt und gesagt: „Du bist noch eine Runde weiter, du bist im Recall, du bist im ReRecall.“ Und nachher haben wir hier als Jury gesessen und verkündet: „Du bist in der Band!“<strong><br />
<span style="color: #2871af;">Peter:</span></strong> Was das Feedback angeht: Ich habe von vielen Leuten, die uns seit Jahren begleitet haben, im O-Ton gehört: „Der Ingo ist eine richige Rampensau.“ In ihren Augen haben wir einen Schritt nach vorne gemacht. Das hat mich natürlich sehr gefreut und stolz gemacht. Das ist auch für uns Motivation, daran anzuknüpfen und den armen Jungen da vorne nicht verdursten zu lassen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Ihr seid jetzt also alle Rampensäue geworden, was?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Peter:</strong> </span>Jaaa…<strong><br />
<span style="color: #2871af;">Ingo:</span></strong><span style="color: #2871af;"> </span>New Damage ist ein Rampensaustall.</p>
<p><strong>Wie sieht es mit euren Texten aus? Diesen Part hast du jetzt wahrscheinlich übernommen, Ingo, oder?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Ingo:</strong></span> Ja, bisher war das so. Die Texte zu den neuen Stücken haben einen relativ persönlichen Hintergrund. Ich will einzelne Stücke jetzt auch gar nicht thematisch erklären. Mir war wichtig bei der ganzen Texterei, einen gewissen Aspekt zu haben, der frei interpretierbar ist, weil ich auch sehr gerne in die Texte von anderen Bands meine eigenen Sachen reinlese, sie für mich interpretiere. Das war mir wichtig. Vielleicht kann man die thematische Linie em ehesten mit dem Titel der CD erklären. Er lauet „Ze’eb And Oreb“. Das sind zwei althäbreische Wörter für Wolf und Rabe. Diese beiden Tiere als Symbol für uns zu benutzen, hat die Bewandnis, dass sie in vielen Kulturen für Seelenwanderungen stehen, für Dinge, die sich verändern, für Tod und die Entstehung neuen Lebens. Sie geben das neue New Damage ganz gut wider.</p>
<p><strong>Bleibt ihr Hobbymusiker oder seid ihr jetzt ehrgeiziger geworden und wollt mehr mit eurer Musik erreichen?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Thorsten:</strong></span> Das auf jeden Fall. Aber nach wie vor steht für uns der Spaß an der Sache im Vordergrund. Auch bezogen auf das High8-Fetsival. Wichtig ist für uns, dass da in erster Linie Rock’n’Roll passiert. Aber klar: Wir wollen mehr. Wir wollen die CD mit einem Label rausbringen, wir haben jetzt eine Managerin, die für uns viele Aufgaben übernimmt – das ist für uns zusätzlich Ansporn, mehr zu erreichen. Wir wollen jetzt nach vorne damit. Ganz klar.</p>
<p><strong>Drei Wörter mit Lokalbezug. Eure Assoziationen, bitte!<br />
Krefeld.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Thorsten:</strong> </span>Ich finde es schade, dass sich unsere Stadtregierung, was Kultur betrifft, ein bisschen verrannt hat. Zum Beispiel, was die Kulturrampe angeht. Die Situation hat sich zwar jetzt geklärt, die Rampe kriegt die Räume, alles super. Aber ich finde es scheiße, dass Krefeld Energie und Geld in so eine Sache steckt wie „Wir machen die größte Postkarte der Welt“, dafür aber die Kulturrampe monatelang in der Luft hängen lässt. Das geht gar nicht! Deswegen, schöne Grüße an Pille: Kulturrampe ist echt ein geiles Ding!</p>
<p><strong>Kufa.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Christian:</strong> </span>Wir haben immer zum Kufa-Inventar gehört und dort schon die eine oder andere Gehirnzelle verloren.<span style="color: #2871af;"><strong><br />
Thorsten:</strong> </span>Die Kufa war immer eine Plattform für uns, sie war immer eine Bühne für lokale Bands. Das hat sich mittlerweile geändert. Deswegen würde ich unser Verhältnis zur Kufa als ambivalent bezeichnen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Königshofer</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Alle:</strong> </span>Lecker Bier.<span style="color: #2871af;"><strong><br />
Ingo:</strong> </span>Unser Proberaum-Bier.</p>
<p>Mehr Infos zur Band und Spoundproben gibt’s auf:<a href="http://www.myspace.com/newdamagegroup" target="_blank"><strong><br />
www.myspace.com/newdamagegroup</strong></a><strong> </strong></p>
<div class="fix"></div><p align="right" class="vmTTp"><a target="_blank" class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Vertical:+New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C+http://www.vertical-magazin.de/?p=2006" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro1.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;t=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;t=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace.png" alt="Post to MySpace" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;title=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-delicious.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://digg.com/submit?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;title=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Digg"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-digg.png" alt="Post to Digg" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;title=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Google Bookmarks"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-google.png" alt="Post to Google Bookmarks" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;title=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Google Bookmarks"></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://buzz.yahoo.com/submit?submitUrl=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/new-damage-%e2%80%9ewir-sind-ein-rampensaustall%e2%80%9c/&amp;submitHeadline=New+Damage%3A+%E2%80%9EWir+sind+ein+Rampensaustall%E2%80%9C" title="Post to Yahoo Buzz"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-buzz.png" alt="Post to Yahoo Buzz" /></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Fra Diavolo: Die teuflischen Brüder</title>
		<link>http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/</link>
		<comments>http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 04:00:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Michael Pietrek</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Beatsteaks]]></category>
		<category><![CDATA[Fra Diavolo]]></category>
		<category><![CDATA[topindex]]></category>
		<category><![CDATA[topkarussell]]></category>

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		<description><![CDATA[Arnim und Torsten gehören zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands: den Beatsteaks. Momentan sind sie als DJ-Duo unterwegs und haben vor einiger Zeit den Startschuss zur neuen Block-Party-Reihe in der Kulturfabrik gegeben. Im Interview standen sie uns Rede und Antwort. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><span style="color: #2871af;"><strong><a href="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1455-Kopie.jpg"><img class="alignnone size-large wp-image-1662" title="Fra Diavolo " src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1455-Kopie-576x385.jpg" alt="Fra Diavolo " width="576" height="385" /></a><br />
Arnim und Torsten gehören zu einer der erfolgreichsten deutschen Bands: den Beatsteaks. Momentan sind sie als DJ-Duo unterwegs und haben vor einiger Zeit den Startschuss zur neuen Block-Party-Reihe in der Kulturfabrik gegeben. Vorher sprachen die sympathischen Berliner mit uns über die Pause ihrer Band, Zukunftspläne und den Umgang mit der neu gewonnen Freizeit. </strong></span></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Herzlich willkommen in Krefeld! Bislang seid ihr bestimmt nur im Hotel gewesen und habt nicht viel gesehen. Was führt euch in unsere Stadt?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim:</strong></span> </span>Wir spielen ja eigentlich in so einer Band und die macht gerade ein bisschen Pause. Diese Band heißt&#8230; Beach Boys, Beatles, äh – Beatsteaks. Und wir beide legen immer in den Bandpausen auf und haben das schon vor den Beatsteaks gemacht, weil wir darauf Bock haben und es einfach viel Spaß macht. Und das machen wir gerade so und da kam irgendwann unser Management und meinte: „Hier: Krefeld, Kulturfabrik.“ Der Club ist bekannt, obwohl wir hier noch nie gespielt haben. Und da haben wir uns gedacht, da können wir ja jetzt schon mal die Vorhut bilden und den Laden abchecken.</p>
<p><strong>Ja, wir freuen uns auch schon sehr, dass ihr bei unserer Block Party am Start seid. Habt ihr schon mal eine richtige Block Party gefeiert?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Wir haben natürlich bei uns in Berlin laufend Block Partys. Wir feiern natürlich&#8230;<span style="color: #d42a42;"> </span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong><br />
Arnim:</strong></span></span>(unterbricht) Wir haben sie sogar erfunden!<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>(lacht) Das kommt eigentlich von uns – kommt aus Berlin.<span style="color: #d42a42;"><br />
</span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Ist in Kreuzberg entstanden…</p>
<p><strong>Was geht denn so auf euren Partys?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Beide: </strong></span>Einiges.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Die Leute sollen halt tanzen.</p>
<p><strong>Hört sich nicht schwer an. Wie wollt ihr die Mädchen heute zum Tanzen kriegen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Ja, zur Not tanzen wir halt selber, ja?<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Ein Konzert zu spielen, ist eigentlich viel anstrengender. Paar Platten der Sachen aufzulegen, die du gerne selbst hörst, und das in der richtigen Reihenfolge, ist eine einfachere Aufgabe und echt ein geiler Zeitvertreib.</p>
<p><strong>Was kriegen wir denn von euch zu hören?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Alles. Torsten hat immer seine zwei Riesenkoffer mit. Mit wie vielen CDs?<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Ja, ungefähr knapp 1500.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Wir sind ja nicht die Ober-Profi-DJs, wir legen nicht mit Vinyl auf und so. Also ich kann das sowieso nicht, Torsten macht das schon mal, aber wenn wir beide zusammen auflegen, legen wir eher aus dem CD-Koffer auf. So viele Vinylplatten kann man ja nicht mitschleppen. Eigentlich bestimmt immer das Publikum, wo die Reise hingeht, das bestimmen nicht wir. Wenn man jetzt in einen Laden kommt, guckt man sich das an, testet ein bisschen und geht dann den Weg, den die Leute anzeigen. Das ist das komplette Gegenteil zu einer Band: Bei einem Konzert musst du eher dein Ding durchziehen. Hier reagierst du viel mehr aufs Publikum.</p>
<p><strong>Als Band seid ihr bekannt, die Leute wissen, was sie auf den Konzerten erwartet. Was erwartet uns heute?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span><span style="color: #d42a42;"> </span>Ein guter Abend. Als DJ hältst du die Fresse und legst Platten auf.<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Du kannst die Stimmung halt beeinflussen, wenn du bestimmte Sachen spielst. Du musst dich dafür nicht verbiegen, du musst nicht irgendeinen totalen Scheiß machen und du kriegst besser den Kram mit&#8230; also, in dem Augenblick bist du halt erst einmal irgendwie Dienstleister. In Berlin hast du es oft so, dass die DJs einfach ihr Ding, also ihr Set, runterdudeln, das wahrscheinlich gut finden und wahrscheinlich auch gut machen. Aber wenn die Leute keinen Bock darauf haben, dann musst du auch ganz kurz Fingerspitzengefühl zeigen. Wenn einer zu uns kommt: Wir spielen alles, außer wenn jetzt einer Böhse Onkelz oder so‘n Scheiß hören will.</p>
<p><strong>Ihr legt ja auch tourbegleitend zu den Beatsteaks auf. Würdet ihr das hier heute überhaupt noch ohne die Band im Rücken machen?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>(lacht) Zum Glück müssen wir uns darüber nicht den Kopf zerbrechen.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Es war halt schon wichtig, das Ganze. Arnim hat mich damals beim Auflegen gefragt, ob ich nicht mit in die Band möchte.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Es ist immer ein guter Zeitpunkt, jemanden um 7 Uhr morgens zu fragen, ob er bei einer Rock‘n‘Roll-Band einsteigen will.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Zum Glück hat er es gemacht.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Ja, auf jeden Fall. Hat er gut gemacht (beide lachen). Ne, is so.</p>
<p><a href="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1445text.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-1663" title="Thorsten" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1445text-300x200.jpg" alt="Thorsten" width="300" height="200" /></a></p>
<p><strong>Euer Name, Fra Diavolo – ein Aufständiger, ist das richtig?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span><span style="color: #d42a42;"> </span>Wir sind nicht ganz so geschichtlich angehaucht, aber es gibt einen Dick-und-Doof-Film, der Fra Diavolo heißt – die teuflischen Brüder.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Einer der besten Filme der beiden. Erst danach haben wir geguckt, was das noch so heißt, und da sind wir auf eine italienische Oper und die Geschichtssache gestoßen.</p>
<p><strong>Auf euren Konzerten legt ihr zwischendurch u.a. Hip-Hop-Tracks von den Beastie Boys oder der Sugar Hill Gang auf. Inwiefern sind das Sachen, die euch begleitet und geprägt haben?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Wir beide sind ein Quäntchen zu jung, um das noch ganz doll miterlebt zu haben.</p>
<p><strong>Den Einfluss kann man auch in der Chronologie der Platten spüren und das merkt man auch an der aktuellen Beatsteaks-Platte. Habt ihr beiden da großen Einfluss drauf?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Sind schwer zu vergleichen, die erste und die aktuelle Platte. Da waren noch andere Leute in der Band.</p>
<p><strong>Du hast gesagt: „Die neue Platte ist immer besser als die alte.“</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Das ist das Ziel jeder Band, die länger als fünf Tage Musik macht. Wir haben immer versucht, die bestmögliche Platte zu machen, die zu dem Zeitpunkt in uns steckte. Und dass man viel Erfahrung gesammelt und jetzt schon fünf Platten gemacht hat, hilft uns mehr als es das Ganze schwierig macht. Aber live zu spielen war immer viel wichtiger als die Platten. Die Platten sind fast immer nebenbei entstanden. Wir haben dann ein Jahr lang Songs geschrieben und so wird’s auch dieses Mal laufen. Wir werden uns irgendwann hinsetzen, eine Platte aufnehmen und das ist dann das Ergebnis von einem Jahr Songs schreiben, Musik hören, versuchen, die andern zu flashen&#8230; Wir wollen erst einmal nur uns fünf glücklich machen, das war immer unser erstes Erfolgsrezept.</p>
<p><strong>Ihr seid momentan also nicht im Studio? Was macht ihr?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Wir sind zurzeit zu Hause und hängen momentan außerhalb des Proberaums mehr ab als drinnen. Aber es kommt auch irgendwann wieder die Zeit, wenn es heißt „Ran an die Buletten!“ Ganz klar.<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Es waren halt drei Jahre am Stück. Wir haben angefangen, die Platte zu machen&#8230;<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>…drei Jahre?! Seit Zwölf Jahren am Stück&#8230;<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>&#8230; ja, so richtig Pause ist das jetzt zum ersten Mal und wirklich Pause kann man das ja auch nicht nennen. Arnim nimmt weiter Gesangsunterricht, ich nehme Bassunterricht, also da ist jeder noch bemüht. Thomas hat sich so ein E-Schlagzeug gekauft, also da hat jeder noch genug zu tun. Ist jetzt nicht so, dass jeder bis mittags im Bett rumliegt. Man hat die Band schon total im Kopf.</p>
<p><strong>Ihr kümmert euch auch noch selbst um das Merchandise und vieles andere – wie jede kleine Band, ist das richtig?</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span><span style="color: #d42a42;"> </span>Für mich sind wir immer noch die kleine Band. Wir sind fünf ganz normale Typen, die die Band lieben und alles für sie tun und hart dafür arbeiten. Und wenn du jetzt noch nebenbei Zeit für deine Familie und deine Freundin hast, dann hast schon viel geschafft, wenn du beides zum Funktionieren bringst. Das ist eine Riesenaufgabe. Deswegen unterstützen wir auch andere Bands: Wir halten immer die Ohren auf und nehmen auch deutsche Bands mit als Support. Und wenn uns die Platte von Turbostaat gefällt, sagen wir das auch oft genug&#8230;</p>
<p>(In der großen Halle ist ein Song von den Beatsteaks zu hören, alle drehen sich zur Musik)<a href="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1446-text.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1664" title="Arnim" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/DSC_1446-text-300x200.jpg" alt="Arnim" width="300" height="200" /></a></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Here we go!</p>
<p><strong>Ist das nicht merkwürdig, wenn man plötzlich seine eigenen Lieder irgendwo im Club hört?</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Beide:</strong></span> Ja!<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Ganz merkwürdig&#8230;<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Total. Find ich total toll, wenn in einem Club ein Song deiner Band gespielt wird, das ist der Hammer.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Wenn wir das hören, spielen wir‘s normalerweise – also sind auf der Bühne. Wir werden auch oft beim Auflegen aufgefordert: „Spielt doch mal was von den Beatsteaks!“ Ey, es gibt doch nichts Uncooleres, als seine eigene Band aufzulegen.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Muss halt jeder selber wissen, aber ich finde das auch blöd.</p>
<p><strong>Was machen eigentlich die anderen zurzeit?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Mittlerweile haben alle Familie, Freundin. Da ist halt ein Riesen-Nachholbedarf. Aber es wird weitergehen.</p>
<p><strong>Wir sind alle gespannt, wisst ihr schon Genaueres?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Nein. Wir wissen, dass es wieder losgehen wird. Also da bin ich mir ganz sicher, aber wir haben echt noch keinen Plan. Die Plattenfirma weiß, dass es keinen Plan gibt, unser Management weiß, dass es keinen Plan gibt, und wir wissen das auch.<span style="color: #d42a42;"><strong><br />
</strong></span><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Das machen wir fünf irgendwann im Proberaum klar. Da sind dann die richtigen Demos am Start und alle sind bereit, dann machen wir los. Alles total entspannt. Keiner von uns macht ein Solo-Album oder so, wir haben uns weder zerstritten noch sonst irgendwas. Wir wollten einfach mal raus und sagen „Nicht mehr“. Dann kriegen die Leute mit, was sie an uns haben.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Also kann man gespannt sein, was als Nächstes geschieht.</strong></p>
<p><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;"><strong>Arnim: </strong></span></span>Entscheidend ist die Musik, die man macht, deswegen machen wir das ja. Klar, das ist mittlerweile Job, aber wir werden das immer wegen der Musik machen, das ist der Antrieb. Jede gute Rock’n’Roll-Platte braucht nun mal ein Jahr.<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
</span></strong><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Aber es ist trotzdem total toll, von Leuten etwas zu erfahren, die Fans sind. Auch wenn wir nichts machen, laufen wir trotzdem noch im Club,  trotzdem noch im Radio und du kriegst halt mit, dass es den Leuten halt immer noch wichtig ist, was da jetzt kommt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Jetzt noch eine etwas unmusikalische Frage zum Abschluss: Im September waren Bundestagswahlen. Was würdet ihr als Politiker besser machen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #d42a42;"><span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Ey, da wär mein Tag ganz anders. Ich würde auf jeden Fall früher aufstehen.</p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Armin:</strong> </span>(singt) „Im Fernsehen gibt es nur noch ein Programm: Robert Lembke 24 Stunden lang.“ Ich hab keine Ahnung, was ich machen würde, weil ich‘s gar nicht will.<strong><span style="color: #d42a42;"><br />
<span style="color: #2871af;">Torsten:</span></span><span style="color: #2871af;"> </span></strong>Klar könnte man so Sachen sagen wie: „Ich reduziere die Arbeitslosigkeit, baue mehr Kindergärten“… aber seien wir mal ehrlich, das ist alles gar nicht so einfach.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Danke für das Gespräch, war sehr cool. Doch jetzt bitte ab, die Mädels zum Tanzen bringen.</strong></p>
<p><span style="color: #2871af;"><strong>Armin:</strong> </span>Well, well, well.</p>
<p><a href="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/fra_divolo_poster-Kopie1.jpg"><img class="alignleft size-large wp-image-1668" title="Fra Diavolo Poster" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/10/fra_divolo_poster-Kopie1-266x400.jpg" alt="Fra Diavolo Poster" width="266" height="400" /></a></p>
<div class="fix"></div><p align="right" class="vmTTp"><a target="_blank" class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Vertical:+Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder+http://www.vertical-magazin.de/?p=1424" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro1.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;t=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;t=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace.png" alt="Post to MySpace" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;title=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-delicious.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://digg.com/submit?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;title=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Digg"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-digg.png" alt="Post to Digg" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;title=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Google Bookmarks"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-google.png" alt="Post to Google Bookmarks" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;title=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Google Bookmarks"></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://buzz.yahoo.com/submit?submitUrl=http://www.vertical-magazin.de/2009/10/fra-diavolo-die-teuflischen-bruder/&amp;submitHeadline=Fra+Diavolo%3A+Die+teuflischen+Br%C3%BCder" title="Post to Yahoo Buzz"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-buzz.png" alt="Post to Yahoo Buzz" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Luke4000: &#8220;Ich steh&#8217; voll auf Moll!&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 15:06:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Agnes Absalon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview]]></category>

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		<description><![CDATA[Die elfköpfige Combo Seeed kennen mittlerweile auch Musikbanausen. Maßgeblich mitverantwortlich für ihren erfolgreichen Sound ist der DJ und Produzent Luke4000. Er hat am 5. September die zweite Auflage der Block Party in der Kulturfabrik...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-large wp-image-1497" title="invterview_luke4000_Artikel" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/uploads/2009/09/invterview_luke4000_Artikel-576x384.jpg" alt="invterview_luke4000_Artikel" width="576" height="384" /></p>
<p><strong><span style="color: #2871af;"><strong>Die elfköpfige Combo Seeed kennen mittlerweile auch Musikbanausen. Maßgeblich mitverantwortlich für ihren erfolgreichen Sound ist der DJ und Produzent Luke4000. Er wird am 5. September die zweite Auflage der Block Party in der Kulturfabrik rocken. Wir haben den Berliner vorab getroffen.</strong></span><strong></strong><br />
</strong><strong><br />
<span style="color: #000000;">Was bekommt man von dir als DJ auf der Block Party zu hören? Welchen Style legst du auf?</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong>Block Party? Ist das nicht eine Band (lacht)? Ich lege in erster Linie HipHop und Dancehall auf, denn ich bin mit HipHop aufgewachsen. Ich bin aber auch ein großer Freund von Electro und rockigen Sachen, nur ist das schwer kombinierbar, besonders beim Auflegen – vor allem als Seeed-DJ. Ich lege deshalb auch unter wechselnden Namen in Berliner Clubs Electro auf, zum Beispiel im Tacheles. Aber als Luke4000 lege ich das auf, was wir mit Seeed auch machen und abfeiern, das erwarten die Leute auch einfach. Es gibt ein paar Electro-Hits, die man in ein HipHop-Set einbauen kann, da eh gerade alle Uptempo-Kram hören. Ansonsten gibt es von mir ein paar HipHop- Classics mit Seeed-Tracks und ein wenig Electro gemischt. Was ich eigentlich überhaupt nicht mag, ist dieser aktuelle Techno-HipHop. Aber das muss auch sein. Ich gehe meist eine Stunde vorher in den Club und checke ab, was so für Musik gespielt wird, und passe mich dann meist an. Das ist aber nur bei den größeren Discos auf dem Lande so. In kleineren Clubs fühle ich mich am wohlsten. Als Seeed-DJ erwarten die einen nur Reggae und Dancehall von mir, die anderen HipHop oder nur Mainstream. Das liegt wohl daran, dass wir mit Seeed in die Mainstream-Ecke gerutscht sind, auch wenn wir das nicht wollten.</p>
<p><strong>Warum nennst du dich Luke4000? Das ist ein ungewöhnlicher Künstlername.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Wohl wahr (grinst). Der Name entstand mit den Jahren. Ich habe in meiner Jugend Berlin mit Graffiti verschönert und in der Szene hat man sich bei dem Namen genannt, den man auch malt. Dann kamen die ersten Partys und ein DJ-Name musste her, da blieb es bei Luke. Der Zusatz 4000 kam von den Seeed-Jungs, ich glaube von Based. Ich spiele im Studio und live eine MPC4000, das ist ein Sampler, mit dem ich quasi Keyboard spiele. Nur haue ich auf Gummipads, nicht auf eine Klaviatur, obwohl ich, als ich klein war, Klavier lernen musste.</p>
<p><strong>Wie hast du die Pause von Seeed für dich genutzt?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Ich habe in den letzten sechs Jahren fast nur noch mit Bands gespielt. Seit der Seeed-Pause lege ich wieder vermehrt auf, weil endlich wieder die Zeit da ist. Neben Remixen habe ich auch mit der Seeed-Band unzählige Beats produziert, die wir eigentlich für ein Projekt mit Buddy von Deichkind verwenden wollten. Das hat aber leider nicht geklappt. Wir nehmen momentan Ideen für das kommende vierte Seeed-Album auf. Aktuell ist neben Franks Soloalbum auch das Album von Frogg fertig geworden. Das sind Mo (Seeed-Saxofonist), Louise Mills und icke. Das Album kommt am 25. September raus, demnächst spielen wir ein paar Gigs, unter anderem als Support für De La Soul im September. Da ich viele MCs und Sänger in Deutschland kenne, hatte ich angefangen, ein DJAlbum mit zwölf Tracks zu machen, aber halt auch mit acht verschiedenen Sängern. Das könnte man leider nicht auf die Bühne bringen. Trotzdem produziere ich dafür seit Anfang des Jahres, werde jedoch erst nach dem Seeed-Album fertig.</p>
<p><strong>Bei Seeed hast du zehn Mitstreiter. Wie ist es, alleine unterwegs zu sein?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong>Langweilig! Ich habe generell meine Booker mit, aber es ist einfach ein extremer Unterschied, ob mehrere Freunde da sind beziehungsweise mit einem spielen. Ich bin eher ein Herdentier und spiele einfach am liebsten in einer Band.</p>
<p><strong>Wie arbeitet ihr miteinander? Elf Leute, elf Meinungen… Führt das nicht zu Konflikten?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Klar, Sänger und Musiker haben große Egos, das musste ich in meiner Laufbahn als DJ, Produzent, Theater-Musiker und Tontechniker feststellen. Aber das bekommt man immer geregelt, auch wenn es so viele Leute sind. Seeed gibt es seit über zehn Jahren, da kennt man sich irgendwann und hat einfach auch mal Stress, aber es entspannt sich auch immer wieder. Der Haufen macht einfach Spaß und man ist gemeinsam gewachsen, das verbindet einfach. Wir haben die Pause ja auch unter anderem deshalb eingeleitet, damit jeder einmal Zeit für sein eigenes Projekt hat. Da gibt es einfach zu viel Potenzial, als dass elf Leute ein Jahrzehnt nur ein Ding machen. Deshalb gibt’s jetzt Seeed, Frogg, Frank Dellé, Boundzound und Peter Fox. Wir denken, dass das bevorstehende vierte Seeed-Album der Knaller wird!</p>
<p><strong>Wann ist es denn fertig und wie wird es klingen?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong>Wir diskutieren seit diesem Jahr, wie es klingen könnte. Die meisten sind für einen guten Band-Sound. Es soll weniger elektronisch sein. Viele denken da immer an unsere Live-DVD, da klingen wir als Band sehr gut. Wir nehmen seit ein paar Monaten erste Ideen auf. Das Ziel ist es, Ende nächsten Jahres fertig zu sein und zu releasen.</p>
<p><strong>Was genau ist deine Aufgabe bei Seeed und Boundzound?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Boundzound? Also in der Band spiele ich nicht. Hätte ich sehr gerne gemacht, aber zu ihrer Anfangszeit hatte ich andere Pläne. Ich habe der Boundzound-Band anfänglich geholfen, das Projekt live umzusetzen, da ich auch mit dem Keyboarder Charles arbeite. Ich mache momentan mit Demba das Boundzound System, die ersten Gigs haben wir ab Oktober diesen Jahres. Bei Seeed bin ich DJ, wobei ich – wie schon erwähnt – mehr die MPC spiele. Letztendlich bin ich so eine Art DJ/ Keyboarder. Das ist übrigends bei Frogg auch so.</p>
<p><strong>Du kommst aus Berlin. Was macht diese Stadt so besonders?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Ich weiß auch nicht. Du sagst ja, sie sei besonders.</p>
<p><strong>Aber dein Kollege Peter Fox hat ihr beispielsweise gerade eine dreckige Hymne mit „Schwarz zu Blau“ gewidmet. Viele Leute, die ich kenne, sind in die Hauptstadt gezogen. Deshalb frage ich.</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Also, wenn ich so durch Deutschland fahre, denke ich immer, wie viele schöne Ecken es doch gibt. Ich würde sogar an den Bodensee ziehen. Obwohl… da ist Bayern, mag ich überhaupt nicht. Wäre ich aus Hamburg, würde ich Hamburg abfeiern, obwohl Hamburg mir zu eingebildet ist, da will ich nicht herkommen. Ich liebe meine Stadt und bin genervt, dass so viele hierher wollen. In Berlin lebt man recht frei und ungestört. Es entwickeln sich aufgrund der vielen Leute und der Freiheit viele kreative Szenen, egal ob Musik, Kunst oder Mode. Leider hat das aber auch den Nachteil, dass unglaublich viele Deppen nach Berlin ziehen. So gibt es eine große Suppe, in der jeder macht, was er will. So kommt es, dass die Berliner irgendwie unter sich bleiben. Also die Musikszene. Und es gibt unglaublich viele Touristen, aber an denen verdienen wenigstens ein paar Freunde von mir. Ich habe gar nicht deine Frage beantwortet, fällt mir auf.</p>
<p><strong>Indirekt ja schon. Was ist denn dein Lieblingsplatz in der Hauptstadt?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Mein Zuhause. Es gibt so viele Orte, die cool sind, um abzuhängen. Aber ich grille sehr gerne mit Freunden in meinem Garten, also eher im Hinterhof. Ich mag die vielen Spots, wo man abends am Wasser sein Bier trinken kann wie den Club der Visionäre oder die Strandbar. Davon hat Berlin einige und man kann sich Touris angucken gehen. Ich bin aber einfach am liebsten in Kreuzberg. Da wohne und arbeite ich, wie viele meiner Freunde. Da gibt’s unzählige Bars und Restaurants. Aktueller Hit ist die Bar Lockemüller am Spreewaldplatz!</p>
<p><strong>Wer hat dich in deiner Kindheit und Jugend musikalisch geprägt?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong>Ich habe als Kind unglaublich viel 80er-Mucke mitbekommen, dann kamen HipHop und Hardcore dazu, auch ein wenig Techno. Ich war schon immer Prince-, James-Brown- und vor allem Michael-Jackson-Fan. Er hat mit Quincy Jones Unglaubliches für die Popwelt geleistet. Wie viele Produzenten, Musiker, Tänzer und Sänger die beiden beeinfl usst haben! Da gibt’s tausend Beispiele. Zum Beispiel Justin Timberlake, der wäre gern Michael. Nicht, dass ich Justin blöd finde, der ist super. Ich steh‘ voll auf Moll!</p>
<p><strong>Wer prägt dich heute?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Justin Timberlake (lacht). Ach quatsch. Musikmachen hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Alles ist „schnelllebiger“ geworden und beeindruckt mich nur kurze Zeit. Es gibt ein paar Leute wie Timbaland oder die Neptunes, die ein paar Jahre den HipHop verändert haben. Das hat mich beeindruckt. Die produzieren aber auch teilweise wirklich viel Schwachsinn. Da ich mich selber inzwischen im „Musik-Business“ befi nde, bestaune ich auch Leute, die sich auch einfach nur lange halten. Scooter beispielsweise. Die haben mit schwachsinniger Musik immer wieder Erfolg. Das rechne ich denen hoch an! Ansonsten beeindrucken mich inzwischen nur noch einzelne Songs wie letzens von Milow „Ayo Technology“ oder ein paar undergroundige Beats wie bei Major Lasers „Hold The Line“.</p>
<p><strong>Als Tontechniker kennst du dich mit Soundqualität aus. Es gibt Songs, die packen dich ganz tief im Inneren, und welche, die dich komplett kalt lassen. Was macht den perfekten Sound aus?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Ich stehe auf Sub-Bässe und feine Höhen, egal welche Musikrichtung. Wenn du das Thema Soundqualität ansprichst, kann ich nur meckern über die heutzutage übliche Art, Musik zu hören. In Zeiten von YouTube, MySpace und Handys kann man bei gewissen Projekten darauf verzichten, sauber aufzunehmen, Hauptsache die Mitten brettern und tun weh. Ich habe sogar schon erlebt, wie DJs Songs aufl egen, die sie bei YouTube runtergeladen haben. Eine unglaubliche Frechheit, aber damit muss man leben.</p>
<p><strong>Du bist Deutsch-Koreaner. Wie stehst du zu deinen koreanischen Wurzeln?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> In Berlin sind sehr viele Leute, die ich kenne, halb irgendwas. Mir fällt das nur auf, wenn man mir so eine Frage stellt. Klar, meine Mama ist aus Südkorea und ich kann schon immer scharf essen. Koreaner werden tendenziell recht streng erzogen, meist auch musikalisch. Somit dufte ich in meiner Kindheit und Jugend Klavier und Schlagzeug lernen. Darüber bin ich ganz froh, auch wenn ich früher nicht Klavier spielen wollte.</p>
<p><strong>Jetzt wird es zum Schluss noch etwas politisch: Am 27. September ist Bundestagswahl. Wenn du Bundeskanzler wärst, wie würdest du Deutschland in den nächsten vier Jahren verändern?</strong></p>
<p><strong><span style="color: #2871af; ">Luke4000: </span></strong> Am Schluss noch so eine schwere Frage (lacht)? Generell sollte jeder, der mehr verdient, nicht mehr Steuern zahlen. Wer mehr macht und leistet, verdient auch mehr. Mich nerven die ganzen Arbeitslosen in Berlin, die sich auf dem Staat ausruhen. Ich würde niemals zum Arbeitsamt gehen, eher würde ich putzen gehen oder etwas Ähnliches machen. Es sei denn, ich hätte eine Behinderung oder so. Sorry, aber das ist meine Meinung. Eine Lösung habe ich nicht dafür, aber dann wäre ich auch Politiker geworden.</p>
<p><strong>Alles über Luke4000:</strong> <strong><a href="http://www.myspace.com/luke4000" target="_blank">www.myspace.com/luke4000</a></strong></p>
<div class="fix"></div><p align="right" class="vmTTp"><a target="_blank" class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Vertical:+Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D+http://www.vertical-magazin.de/?p=150" title="Post to Twitter"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro1.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;t=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;t=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace.png" alt="Post to MySpace" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://delicious.com/post?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;title=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Delicious"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-delicious.png" alt="Post to Delicious" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://digg.com/submit?url=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;title=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Digg"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-digg.png" alt="Post to Digg" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;title=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Google Bookmarks"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-google.png" alt="Post to Google Bookmarks" /></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://www.google.com/bookmarks/mark?op=edit&amp;output=popup&amp;bkmk=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;title=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Google Bookmarks"></a> <a target="_blank" class="tt" href="http://buzz.yahoo.com/submit?submitUrl=http://www.vertical-magazin.de/2009/09/ich_steh_voll_auf_moll/&amp;submitHeadline=Luke4000%3A+%E2%80%9CIch+steh%E2%80%99+voll+auf+Moll%21%E2%80%9D" title="Post to Yahoo Buzz"><img class="nothumb" src="http://www.vertical-magazin.de/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-buzz.png" alt="Post to Yahoo Buzz" /></a></p>]]></content:encoded>
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